EU AI Act – Digital Omnibus verschiebt Hochrisiko-Pflichten um 16 Monate auf Dezember 2027
Mit dem am 27. Juli 2026 in Kraft getretenen "Digital Omnibus on AI" hat die EU die Hochrisiko-Pflichten des AI Act nach hinten verschoben. Für eigenständige Hochrisiko-KI-Systeme nach Anhang III – etwa in Beschäftigung, Bildung, kritischer Infrastruktur oder Migration – gilt nun der 2. Dezember 2027 statt des ursprünglich vorgesehenen 2. August 2026. In Produkte wie Aufzüge oder Maschinen eingebettete Hochrisiko-KI erhält sogar bis 2. August 2028 Zeit. Die Kommission begründet den Schritt damit, dass harmonisierte Normen und Prüfinstrumente noch fehlten.
Neben der zeitlichen Streckung bringt das Paket vereinfachte Konformitätsbewertungen, Erleichterungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie mehr regulatorische Sandboxen. Die Pflicht selbst bleibt bestehen, nur ihr Starttermin verschiebt sich – ein Unterschied, der in der Kommunikation an Geschäftsführung oft untergeht.
Für Mittelständler und die Projekt- und Interim-Manager, die AI-Act-Compliance-Vorhaben verantworten, ist das eine doppelte Botschaft: Der akute Zeitdruck für Anhang-III-Systeme entfällt kurzfristig, Budgets und Roadmaps lassen sich neu priorisieren. Die gewonnene Zeit sollte aber aktiv für Governance-Strukturen, Risikoklassifizierung und Lieferantenprüfung genutzt werden, statt Projekte zu pausieren – Dezember 2027 ist näher, als es heute wirkt.
Quelle: Europäische Kommission – AI Omnibus enters into force
(Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft)